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| Stockschwämmchen Kuehneromyces mutabilis (Schff.) Sing. et Smith |
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![]() Stockschwämmchen aus einer Freilandzucht auf vergrabenen Substratblöcken.Das Stockschwämmchen gilt als einer der beliebtesten Speisepilze unter Sammlern. Von Unkundigen wird es jedoch aufgrund der Verwechslungsgefahr (vor allem mit dem tödlich giftigen Nadelholzhäubling, Galerina marginata) zu recht gemieden. Das Stockschwämmchen besitzt einen hohen Umami-Wert, was für ein proteinreiches Nahrungsmittel spricht. Umami (japanisch) ist die Bezeichnung einer Grundqualität des Geschmacksinns und bedeutet auf Deutsch: herzhaft, fleischig und wohlschmeckend. Der Geschmackssinn unterscheidet also nicht nur zwischen süss, salzig, sauer und bitter sonder eben auch noch nach Umami, wenn ein Nahrungsmittel besonders proteinreich ist. Der Träger des Umami-Geschmacks ist die Aminosäure Glutaminsäure, welche in vollreifen Tomaten, Fleisch, Käse und Pilzen vorhanden ist. (Wikipedia; Umami, 2008) Für japanische Feinschmecker verkörpert der Shiitake-Pilz den Umami-Geschmack und wird deshalb für Suppen und Gerichte als Geschmacksträger eingesetzt. Genau so wird auch das Stockschwämmchen verwendet. Es bereichert alle Gerichte mit seinem herzhaften, würzigen und warmen Waldpilzaroma.
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| Zuchtversuche Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts wurden in Deutschland erste Versuche unternommen, das Stockschwämmchen anzubauen, welche aber wenig Erfolg brachten. Im zweiten Weltkrieg, als die Nahrungsressourcen knapp wurden, erzielte man erstmals in Thüringen in den Jahren 1943-45 Anbauerfolge des Stockschwämmchens. Ermöglicht wurde der Durchbruch dank der Bleistiftindustrie. Da diese im Weltkrieg kein Zedernholz mehr importieren konnte, musste sie gut spitzbares Holz als Alternative suchen. In den Thüringer Versuchen wurde festgestellt, dass das vom Stockschwämmchen abgebaute Holz weiss aufgelockert und porös wurde, trotzdem aber einen verhältnismässig guten Zusammenhalt hatte. Das Stockschwämmchen baut im Holz hauptsächlich das Lignin ab und lässt die Zellulose unzerstört, welche dann als Gerüstsubstanz des Holzes verwertet werden kann. In geeigneten Räumen, wo mittels Temperatur und Feuchtigkeit das Wachstum gesteuert werden konnte, wurden einheimische Hölzer durchwachsen und so gelang erstmals die Herstellung von Myko-Holz. Es wurden vor allem Buchen- und Birkenstämme mit der Stockschwämmchenbrut beimpft. Am Ende des Prozesses wurde das Mycel abgetötet und zurück blieb ein gut spitzbares, ideales Bleistiftholz. Ebenfalls aus Myko-Holz wurden Sparkerzen hergestellt. Dazu wurden Pilzholz-Stäbchen in Paraffin getränkt, welche dann angezündet wurden. Das Myko-Holz fand auch in der Uhrenindustrie als Polierholz Verwendung.
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| Zuchtversuche an der ZHAW Wädenswil Am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Wädenswil wurde 2009 ein Versuch unternommen, Sporen eines wildwachsenden Stockschwämmchens aus dem Sihlwald bei Zürich im Labor zur Keimung zu bringen und den Pilz als einheimische Pilzsorte in Zucht zu nehmen. In der Semesterarbeit von Anina Gysi wurde der Vorgang beschrieben. Ende Oktober 2009 erschienen erstmals Fruchtkörper dieser Sihlwald-Zuchtsorte des Stockschwämmchens auf Substratblöcken im Freiland.
Die Selektion des Zuchtstammes erfolgte nach Sicht und zeitigte schon früh Erfolge auf Substratblöcken, die kompakt durchwachsen waren und sogar ohne Bodenkontakt Fruchtkörper bildeten.
Auf dem Nährboden der Petrischalen sind die wurzelartigen, dicken Mycelstränge sichtbar und auch ein brauner ringförmiger Hauch auf dem Mycel. Diese Verfärbungen sind typisch für das Stockschwämmchen und verstärken sich mit zunehmendem Alter des Mycels.
Die Substratblöcke wurden aus einer Mischung von Stroh, Sägemehl, Kalk und Gips hergestellt. Die Formel ist allgemein erprobt und zeitigte bereits nach kurzer Durchwachsphase erste Fruchtkörper.
Der Zuchtstamm "Stockschwamm Sihlwald" ist erstmals 2010 hier erhältlich in Form von Holzdübeln und auf Vorbestellung auch als Substratblöcke. Geeignete Hölzer sind Buche und andere Laubgehölze.
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| Auf
Holz Das Stockschwämmchen lässt sich leicht auf Holzstämmen züchten, die der länge nach eingegraben werden. Auch stehend funktioniert es allerdings. Es erscheinen mindestens zwei bis drei Jahre lang Pilze an den Stämmen. Die vergrabenen Substratblöcke haben den Vorteil, dass mehr Nährstoffe verfügbar sind und dass der Block restlos zerfällt. Allerdings sind solche Zuchten auch bloss einjährig. |
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