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| Anleitung - Pilz aus der Flasche | |||
oben: Knackige Estragonseitlinge (Pleurotus ostreatus var. euosmus) wachsen aus dem Substrat, das sich einst in einer PET-Flasche befand. Die Flasche wurde zuerst der Länge nach eingeschnitten, wie eine Marroni. Als die Pilze aus den Ritzen heraus zu wachsen begingen, wurde die PET-Flasche ganz entfernt. Der Substratblock muss dabei schön feucht gehalten werden, darf aber nie im Wasser stehen. Die Pilze sind essbar und munden ausgezeichnet. unten: Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus M2191)
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| Gratulation zu Deinem neuen Haustier! In der kleinen Flasche oder der Box, die du erhältst, befindet sich ein lebendiger Pilz. Sein Name steht auf dem Etikett. Er wächst da auf unbehandelten Weizenkörnern. Mit Hilfe des gelieferten Materials kannst Du ihn vielleicht dazu bewegen zu fressen, zu wachsen und sogar einen Fruchtkörper zu bilden, eben einen Pilz, den Du erst noch essen kannst. | |||
| Schauen wir uns
den Inhalt des Pakets Ein kleines
Fläschchen mit Pilzbrut. |
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| Das weisse
Geflecht, das man Mycel nennt, das ist der lebendige Pilz. Er hat also keine Augen und
keine Beine. Er bewegt sich fort, indem er sein weisses Geflecht in alle Richtungen
ausbreitet. Der Pilz hat auch keine Blätter, Wurzeln, Stengel und Blüten wie die
Pflanzen. Seine Frucht ist das Ding mit dem dicken Stiel und dem Hut, das aus dem Boden
heraus wächst. Das ist sozusagen der Apfel von diesem Pilz. Der eigentliche Pilz lebt
verborgen im Boden, im Holz oder im Kompost und kann da auch sehr alt und sehr sehr gross
werden. Der grösste Pilz, den man bisher im Boden entdeckt hat, lebt auf einer Fläche
von mehr als tausend Fussballfeldern und ist über 2500 Jahre alt! Der Pilz braucht wie wir Menschen und Tiere Luft zum Atmen. Deshalb hat es im Deckel der Flasche zwei kleine Löcher. All zu lange kann man den Pilz nicht in dieser kleinen Flasche aufbewahren. Irgendwann hat er es satt, nur Weizen zu fressen. Es stinkt ihm dann richtig und irgendwann beginnt es dann auch wirklich zu stinken. Dann ist es aber schon zu spät. So weit wollen wir es nicht kommen lassen, deshalb werden wir dem Pilz jetzt sein Lieblingsgericht geben: Holz und Stroh. Ja, der Pilz kann Holz prima verdauen. Du wirst sehen wie gut er sich dabei fühlt. |
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| Was Du brauchst
sind drei
leere 1,5 Liter PET-Flasche. Nimm eine Flasche, die keine starke Einschnürung hat, die in
der Mitte also nicht dünner wird, weil dadurch das Schütteln schwieriger wird und der
Pilz nicht so gut wachsen kann. Die Flasche mit dem roten Deckel hat eine solche Einschnürung. Wenn Du eine andere Flasche hast, wie diejenige mit dem schwarzen Deckel, dann nimm diese. |
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| Die Flasche ist ja sozusagen
das Gewächshaus des Pilzes. Nimm am besten eine PET-Flasche, die noch nicht zu fest
zusammengequetscht wurde. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die zerquetschten
PET-Flaschen wieder schön glatt aufzublasen, und manchmal haben sie dann auch kleine
Risse. Nimm eine Flasche mit ungefärbtem also glasklarem, durchsichtigem PET. Dann siehst
Du nämlich wie durch die Scheibe eines Aquariums hindurch wie der Pilz wächst. Die
Etikette nimmst Du am besten auch weg. Die Flasche musst Du gut auswaschen, denn wenn es noch Reste des Getränks drin hat, ist das gefährlich. Der Zucker verschimmelt schnell. Und unser Pilz kann Schimmel nicht ausstehen, obwohl das ja auch Pilze sind. Mineralwasserflaschen sind am besten geeignet. |
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| Zuerst füllen wir 150 Gramm Holzpellets, die im Plastikbeutel eingeschweisst sind, in die Flasche. Dazu kannst Du einen Trichter verwenden, den du selber aus dem Oberteil einer PET-Flasche schneidest. | |||
| Nun füllen wir ein Drittel der Pilzbrut (45 Gramm) in die Flasche. Um die Getreidekörnchen voneinander zu lösen, klopfst Du mit der Flasche vorsichtig auf einen harten Gegenstand. Dann schüttest Du die Körnchen der Pilzbrut durch den sauberen Trichter in die Flasche. Wenn die Körnchen stark verklumpt sind, kannst Du die Flasche auch aufschneiden und die Brut in die PET-Flasche stopfen. Bitte denk aber daran, dass Du dabei wie bei allen Arbeiten ganz saubere Hände hast. | |||
| Jetzt wird die PET-Flasche fest geschüttelt, damit sich die Körnchen der Pilzbrut in den Holzpellets gut verteilen. Dieser Vorgang ist sehr wichtig. Wenn du hier das kräftige Schütteln vergisst, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Versuch misslingt oder sehr harzig abläuft. | |||
| Nun kommen die Strohpellets noch dazu. Genau 150 Gramm sollten es sein. Im Beutel hat es Holz- und Strohpellets für drei Flaschen. Im Stroh sind bereits Kalk und Gips zugegeben. | |||
| Danach wird die Flasche kräftig geschüttelt, damit alles schön gleichmässig verteilt ist. Das ist ganz wichtig! Wenn Du hier das Schütteln vergisst, ist das Experiment schon fast gescheitert. Also: Gut schütteln und kontrollieren, ob die Pellets und Körner schön gleichmässig verteilt sind. | |||
| Jetzt brauchen wir einen Messbecher, um das Wasser abzumessen, das wir einfüllen müssen. Wir brauchen je nach Information auf der Anleitung ganz genau 650 Milliliter Wasser, das sind 6,5 Deziliter oder 0,65 Liter respektive. | |||
| Schütte das Wasser durch den Trichter in die Flasche, in der sich schon Strohpellets, Holzpellets und unser Pilz befindet. Du wirst sehen, dass die Pellets das Wasser aufsaugen und stark aufquellen. | |||
| Nun kannst Du den Wattepad
auf die Flaschenöffnung legen und einen Deckel mit zwei Löchern aufschrauben. Aber woher
nehmen wir diesen Deckel? Ganz einfach. Du bohrst mit einer Bohrmaschine
oder einer Lochzange zwei Löcher mit etwa 3 bis 5 Millimeter Durchmesser
in den Deckel. Nun warten wir eine Stunde. Das Wasser in der Flasche sollte restlos
aufgesaugt sein. Falls doch noch Wasser drin ist, stell die Flasche ohne Deckel auf den
Kopf und lass alles überschüssige Wasser rausfliessen. Das kann schon mal 5 Minuten
dauern. Danach wieder Wattepad und Deckel drauf.
Danach klopfst Du die Flasche fest mit der Faust, damit sich das Material lockert in der Flasche drin und die ganze Flasche bis ca. 5cm unterhalb der Öffnung gefüllt ist. Das Ziel ist es, dass das Substrat überall luftig ist und sich kein stehendes Wasser inder Flasche befindet. Wenn nämlich keine Luft an das Substrat gelangen kann, dann findet eine Gärung statt und unser Pilz geht ein.
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| Diedrei Flaschen mit dem Pilz kannst Du jetzt ins Büchergestell legen. Ja, legen ist viel besser als aufrecht hinstellen. Warum? Weil der Luftaustausch durch die Deckelöffnung besser ist, wenn die Flasche liegt. Achte darauf, dass kein Sonnenlicht auf die Flasche fällt und der Ort auch nicht zu heiss ist. Mehr als 30 Grad erträgt unser Pilz nicht. Du kannst die Flasche auch in einen Kasten legen. Licht braucht der Pilz jetzt nicht. | |||
| Schon nach zwei drei Tagen wirst Du sehen, dass aus den Körnchen des Getreides kleine Pilzfäden herauswachsen und der Pilz beginnt, die Masse aus Stroh und Holz zu durchwachsen. Trifft er dabei auf andere Pilzfäden, dann wachsen sie zusammen und werden dabei immer stärker. Nach einem Monat die Geschwindigkeit hängt vor allem von der Temperatur ab - kann der Pilz die ganze Flasche durchwachsen haben. Sobald er merkt, dass es kein weiteres Material zu erobern gibt und er an die Wand der PET-Flasche stösst, wir der Pilz versuchen, einen Fruchtkörper zu machen. | |||
| Die einfachste Lösung ist diejenige, dass wir den Deckel wegnehmen und warten bis der Pilz erscheint. Am besten an einem schattigen und feuchten Ort (Badewanne!) Der Pilz kommt nur, wenn es rund um ihn herum schön feucht ist. Er darf aber nicht im Wasser liegen, weil er sonst ertrinkt. Er muss ja auch atmen, wie wir. | |||
| Du kannst die Flasche aber auch der Länge nach aufschneiden und vorsichtig die zusammengeklumpte Masse herausnehmen. Am besten legst Du sie in einen Kübel oder Plastiktrog. Bei 15 23 Grad wird es nicht lange gehen, bis Pilze erscheinen. | |||
| Die Pilze kannst Du essen.
Am besten schmecken sie wenn sie drei bis fünf Tage nach dem Erscheinen geerntet
werden.
Pro Ernteschub kannst Du 50-100 Gramm Pilze erwarten. Nach jeder Ernte musst Du dem Pilz wieder zu trinken geben. Dazu füllst Du die Flasche ganz mit Wasser, wartest ein bis zwei Stunden und schüttest dann das Wasser wieder restlos ab. Das Substrat hat sich dann wieder mit Wasser vollgesogen und der Pilz wächst weiter. Pro Flasche sind zwei bis vier Ernteschübe
möglich. |
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