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Pilzanbau auf Holzstämmen

 

Für den Anbau auf Holzstämmen verwenden Sie am besten sogenannte Impfdübeln, die mit Pilzmycel durchwachsen sind.

Auch die Verwendung von Körnerbrut ist möglich, Ihre Verarbeitung ist jedoch etwas aufwendiger, da Sie mit einer Säge Schlitze in das Holz schneiden müssen, die mit Brut befüllt und dann mit einer Folie verschlossen werden.

Für die Impfdübelmethode benötigen Sie Laubholzstämme, eine Bohrmaschine mit einem 8 mm Bohrer und einen Hammer.

Die Holzstämme sollten noch nicht von anderen Pilzen befallen sein. Verwenden Sie deshalb Stämme, die nicht länger als 4 Monate gelagert wurden. Achten Sie auch darauf, dass die Rinde nicht beschädigt wurde, da solche Stellen besonders anfällig sind für die Besiedelung mit Fremdpilzen, da dort das Holz austrocknet. Da frisches Holz noch natürliche Abwehrkräfte gegen Pilzbefall besitzt, sollten die Stämme jedoch mindestens 6 Wochen alt sein. In der Regel werden Stämme mit einer Länge von etwa 1m und einem Durchmesser von 8-25 cm verwendet. Es sind natürlich auch andere Maße möglich. Falls Sie in Ihrem Garten einen Baum fällen, sollten Sie den im Boden verbleibenden Baumstumpf unbedingt mit einem für die Holzart passenden Pilz beimpfen. Der Stumpf wird sich nicht nur schneller zersetzen, er wird auch über Jahre hinweg für so manche schmackhafte Pilzmahlzeit sorgen.

Für die meisten holzbewohnenden Pilze benötigen Sie Laubholzstämme (auch dicke Äste sind geeignet). Harthölzer wie die Eiche oder die Buche werden zwar langsamer vom Pilz besiedelt, dafür liefern sie jedoch höhere Erträge und können länger beerntet werden. Weichhölzer wie die Birke werden schneller besiedelt, bringen aber weniger Ertrag und sind schneller verbraucht. Verwenden Sie jedoch am besten die Holzart, die Sie am einfachsten bekommen können.

Das Beimpfen der Stämme:

Wenn Sie Hölzer und Brut besorgt haben, geht alles sehr einfach. Bohren Sie über den ganzen Stamm verteilt mit dem 8 mm Bohrer 50mm tiefe Löcher und schlagen Sie anschließend die Impfdübeln - welche Sie zuvor etwa 2 Minuten in handwarmes Wasser (max 28 Grad!!) gelegt haben - mit dem Hammer in die Bohrlöcher (mit Gefühl!). Wenn sich dabei das weiße Mycel von den Dübeln löst, ist das kein Problem, da der ganze Dübel mit Pilzmycel durchwachsen ist.

Worauf Sie jedoch unbedingt achten sollten, ist absolute Sauberkeit. Berühren Sie die Dübeln nur wenn unbedingt notwendig und nur mit sauberen Händen. Achten Sie darauf, dass Bohrer und Hammer sauber sind. Öffnen Sie den Beutel mit der Brut erst unmittelbar bevor Sie ihn verwenden.

Pro Stamm von 1m Länge benötigen Sie etwa 35 Impfdübeln.

Lagerung nach dem Beimpfen:

Beimpfte Stämme lagern Sie während der Besiedelungsphase am besten in einer Miete im Garten. Legen Sie dazu zwei Hölzer, niedrige alte Obstkisten oder ähnliches an einer schattigen Stelle auf den Gartenboden und legen Sie die beimpften Hölzer darauf. Anschließend decken Sie die Hölzer etwa 20 cm hoch mit sauberen, gesunden und nicht mit Schimmel befallenen Stroh, Laub oder Nadelholzreisig ab. Am Schluss decken Sie die Miete mit einer Kunststofffolie ab. Die Folie muss mit genügend Luftlöchern versehen sein, um den Luftaustausch zu gewährleisten. Da die Lagertemperatur 30°C nicht überschreiten darf, achten Sie darauf, dass die Miete nicht in der vollen Sonne liegt und ausreichend durchlüftet wird.

Nach dem Durchwachsen:

Je nach Pilzart, Holzart, Stammdurchmesser und Temperatur bleiben die Stämme 6-12 Monate in der Miete. Die Besiedelungsphase ist abgeschlossen, wenn sich an der Stirnseite der Hölzer weißes Pilzmycel zeigt.

Nun können Sie die Hölzer an ihren endgültigen Standort im Garten bringen. Am besten eignet sich ein schattiges Plätzchen unter Sträuchern, Beerenobst oder Bäumen. Auch im Schatten einer Mauer können sich die Pilze wohl fühlen. Wichtig ist, dass die Pilze ein möglichst feuchtes Mikroklima vorfinden.

Die meisten Pilze brauchen Bodenkontakt. Wenn Sie die Hölzer teilweise in den Boden eingraben, hält sich die Feuchtigkeit in den Hölzern besonders gut.

Einige Wochen nach dem Aufstellen können Sie mit den ersten Pilzen rechnen. Falls es etwas länger dauert, seien Sie nicht enttäuscht, eine Pilzkultur auf Holzstämmen bringt über mehrere Jahre hinweg Erträge, und macht- einmal angelegt- so gut wie keine Arbeit. Der Zeitpunkt an dem die Pilze fruchten hängt von der richtigen Feuchtigkeit und den richtigen Temperaturen ab. Jede Pilzart fruchtet in unterschiedlichen Temperaturbereichen. Siedeln Sie am besten mehrere Arten im Garten an, damit Sie möglichst das ganze Jahr über Pilze ernten können.

Noch ein Hinweis: Pilze sind nicht nur für uns eine Delikatesse. Auch Schnecken lieben Sie. Schützen sie Ihre Pilzkultur in jedem Stadium vor den gierigen Weichtieren. Greifen Sie jedoch bitte nur zu biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Falls Sie Fragen haben, beantworten wir diese gerne. >> Kontakt